Der zweite Konvoi ist gestartet

Der zweite Konvoi ist gestartet

  • Bere­its 31 Kirchge­mein­den in der Schweiz besitzen das vom Vere­in «oeku Kirche und Umwelt» vergebene Umweltzer­ti­fikat «Grün­er Güggel».
  • Im Som­mer 2020 wur­den auch im Aar­gau die ersten Kirchge­mein­den zer­ti­fiziert.
  • Sieben weit­ere Aar­gauer Kirchge­mein­den haben sich nun auf den Weg zum «Grü­nen Güggel» gemacht.



Das Umwelt­man­age­mentsys­tem «Grün­er Güggel» hil­ft Kirchge­mein­den bei der steti­gen Verbesserung ihrer Umweltleis­tung. Weniger heizen, mehr recyceln, ein­heimis­che Blu­men säen oder nach­haltige Pro­duk­te einkaufen: Auf vielfältige Weise kann die Kirche vor Ort Ressourcen scho­nen und einen Beitrag zur Bewahrung der Schöp­fung leis­ten. Bere­its 31 Kirchge­mein­den in der Schweiz besitzen das vom Vere­in «oeku Kirche und Umwelt» vergebene Umweltzer­ti­fikat «Grün­er Güggel». 

Die vier Aargauer Pioniere 

Im Juni 2020 flat­terte das umwelt­fre­undliche Fed­ervieh erst­mals auch in den Aar­gau. Die bei­den Pas­toral­räume Region Brugg-Windisch und Region Lenzburg, die katholis­che Pfar­rei Schöft­land sowie die Ver­wal­tung der katholis­chen Lan­deskirche wur­den mit dem Grü­nen Güggel aus­geze­ich­net.

Gemeinsam geht’s leichter

Das Beispiel der Aar­gauer Güggel-Pio­niere hat weit­ere Kirchge­mein­den inspiri­ert. Auf Ein­ladung der Reformierten und der Römisch-Katholis­chen Lan­deskirchen im Aar­gau formierte sich der öku­menis­che «Kon­voi II», beste­hend aus den katholis­chen Kirchge­mein­den Aarau, Ent­felden, Buchs-Rohr, Suhr-Gränichen, Rhe­in­felden und Rohrdorf sowie der reformierten Kirchge­meinde Baden plus. Die sieben Kirchge­mein­den wer­den in den näch­sten einein­halb Jahren die Schritte zum Zer­ti­fikat gemein­sam und unter Anleitung eines kirch­lichen Umwelt­ber­aters durch­laufen. Ziel ist die Zer­ti­fizierung mit dem Grü­nen Güggel im Som­mer 2022.

Das Label Grün­er Güggel

Das Umwelt­man­age­mentsys­tem (UMS) Grün­er Güggel hil­ft Kirchge­mein­den bei der Verbesserung ihrer Umweltleis­tung. Es dient der Opti­mierung des Ressourcenver­brauchs, spart Betrieb­skosten und wirkt langfristig und motivierend über die Gemein­de­gren­zen hin­aus.

Der Weg zum Grü­nen Güggel erfol­gt in zehn Schrit­ten: Eine Umwelt­gruppe erar­beit­et in einem Umwelt­pro­gramm die wichtig­sten Mass­nah­men, sei es beim Energies­paren, bei der Büroökolo­gie oder bei der Umge­bungs­gestal­tung. Schöp­fungsleitlin­ien hal­ten die wichtig­sten Grund­sätze für das umwelt­gerechte Gemein­deleben fest. Klare Abläufe und Ver­ant­wortlichkeit­en stellen sich­er, dass Umwelt­fra­gen regelmäs­sig bear­beit­et wer­den. Alle weit­eren Infos gibt es auf der Web­seite www.oeku.ch

Kompetente Begleitung

Begleit­et wer­den die sieben Kirchge­mein­den von den kirch­lichen Umwelt­ber­atern Andreas Frei und Brigit­ta Böl­ster­li. Andreas Frei, reformiert­er Pfar­rer und Umwelt­ber­ater, hat bere­its den ersten Aar­gauer Kon­voi zum Umweltzer­ti­fikat begleit­et. Er freut sich über das Inter­esse am Grü­nen Güggel: «Es haben sich mehr Kirchge­mein­den angemeldet, als ich alleine betreuen kann.» Deshalb küm­mert sich Brigit­ta Böl­ster­li als kirch­liche Umwelt­ber­a­terin um die bei­den Pfar­reien Rohrdorf und Rhe­in­felden. Die Umwelt­beauf­tragte des Pas­toral­raums Region Lenzburg ver­fügt über frische Erfahrung aus dem Zer­ti­fizierung­sprozess in ihrer eige­nen Pfar­rei.

Reformierte Zurückhaltung

Erst­mals ist mit Baden auch eine reformierte Kirchge­meinde an Bord. Petra Schär betreut die Öko-Fonds-Kom­mis­sion der Reformierten Lan­deskirche. Das ver­hal­tene Inter­esse der Reformierten am Grü­nen Güggel erk­lärt sie so: «Viele reformierte Kirchge­mein­den haben wed­er die finanziellen noch die per­son­ellen Ressourcen, den Prozess in Angriff zu nehmen.» Der kirch­liche Umwelt­ber­ater Andreas Frei bez­if­fert den Aufwand bis zur Zer­ti­fizierung auf 4500 bis 6000 Franken sowie acht bis zehn Sitzun­gen pro Jahr. Petra Schär sagt, die reformierte Lan­deskirche zahle aus dem Öko-Fonds einen Start­beitrag von 3000 Franken an Kirchge­mein­den, die den Grü­nen Güggel anvisieren. Doch stärk­er forcieren könne die reformierte Lan­deskirche den Erwerb des Umweltzer­ti­fikats nicht.

«Weitere Konvois sollen folgen»

Die Römisch-Katholis­che Kirche im Aar­gau set­zt sich hinge­gen stark für das kirch­liche Umwelt­man­age­ment ein. Das Ver­wal­tungs­ge­bäude an der Feer­strasse in Aarau ist bere­its zer­ti­fiziert und die Lan­deskirche bestärkt ihre Kirchge­mein­den auf dem Weg zum Grü­nen Güggel aktiv, wie Markus Wentink von der Steuer­gruppe betont. Er freut sich über den Start des zweit­en Kon­vois und sagt: «Ich hoffe und glaube, dass weit­ere Kon­vois fol­gen.»

Hochaktuell und spannend

Wichtig auf dem Weg zum Grü­nen Güggel sind motivierte Men­schen in den Kirchge­mein­den, welche konkrete Umweltziele set­zen und zu ver­wirk­lichen suchen. Andreas Pech­laner, Präsi­dent der Ort­skirchenpflege Buchs-Rohr, freut sich auf den bevorste­hen­den Prozess: «Das The­ma ist hochak­tuell und zukun­ft­strächtig. Da wollen wir als Kirchge­meinde mit gutem Beispiel vor­ange­hen», erk­lärt er. Die The­matik inter­essiere ihn auch per­sön­lich und das Pro­jekt schaffe span­nende Verbindun­gen: «Es freut mich, dass ich Kon­takt zu einem jun­gen Umweltin­ge­nieur aus unser­er Kirchge­meinde her­stellen kon­nte, der sich vorstellen kann, unser Umwelt­team zu unter­stützen.» 

Weitere Artikel zum Thema

https://www.horizonte-aargau.ch/wie-gruen-ist-der-kirchenaargau-teil-2-der-horizonte-sommerserie/
https://www.horizonte-aargau.ch/aargauer-kirchen-auf-dem-weg-zum-gruenen-gueggel/
Marie-Christine Andres Schürch
mehr zum Autor
nach
soben